Evangelische Frauen in Bremen


"Anders von Gott reden..."







Workshop im Rahmen des „Fernkurses Theologie geschlechterbewusst"

Bei der Auftaktveranstaltung zum „Fernstudium Theologie geschlechterbewusst – kontextuell neu denken" referierte Dr. Eske Wollrad am 10. Juli im Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche Oldenburg über die Ziele und die Inhalte. Oldenburg. "Wir freuen uns auf eine interessante Zeit mit intensivem Austausch", waren sich die Frauen einig. Die 17 Teilnehmerinnen und die drei Leiterinnen Dr. Andrea Schrimm-Heins, Ulrike Kothe und Christine Oppermann sowie einige Besucherinnen interessierten sich für die Ausführung der Referentin Eske Wollrad. Es war die erste von weiteren Veranstaltungen des „Fernkurses Theologie geschlechterbewusst". Die folgenden Arbeitstreffen in den kommenden zwei Jahren in Oldenburg und Bremen stehen fest. Im Abstand von etwa zwei bis drei Monaten wird jeweils freitags eine hochkarätige Referentin mit einem Beitrag erwartet, der für alle Interessierten offen ist. Der darauf folgende Sonnabend ist ein Arbeitstag, an dem die Teilnehmerinnen diskutieren, singen, Texte lesen, bearbeiten und sich austauschen. Dr. Eske Wollrad, Referentin der ersten Veranstaltung ist maßgeblich an der Ausarbeitung des Fernstudiums beteiligt und somit genau die Richtige, um die Inhalte vorzustellen. Die Geschäftsführerin der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) ist Theologin, studierte in Göttingen, Berlin und New York. Sie promovierte zu afro-amerikanischer feministischer Theologie und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung und der Ombudsstelle Antirassismus an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Für ihre Arbeiten im Bereich der feministischen Theologie wurde sie mit dem Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis und dem Marga-Bührig-Förderpreis ausgezeichnet. "Dies ist kein Kurs, Sie werden studieren, das ist ein Unterschied", klärte Eske Wollrad auf. Die Teilnehmerinnen seien nachher sehr gut ausgebildet, denn die Inhalte beschäftigten sich mit allen Kernfragen und seien höchst anspruchsvoll. "Es geht nicht darum, etwas auswendig zu lernen, sondern die Fragen und Antworten zu finden, die für Sie stimmen. Wer fertig ist, kann genau benennen, was für sie passt." Behandelt werden alle Grundfragen der Theologie. Die Referentin zeigte die neu überarbeiteten Studienbriefe. Zeitaufwändig und kompliziert sei die Überarbeitung gewesen, sie betonte noch einmal: "Es ist ein Studium, wir würden nie den Fehler machen, Ihre Intelligenz zu unterfordern. Dies soll bei Frauen auslösen, selber zu denken. Prüft alles und behaltet das Gute." Mit Hilfe der sieben Studienbriefe als Handwerkszeug, dem Fernstudium als Ort des Dialoges, sei jede Teilnehmerin Multiplikatorin, die Theologie betreibe. "Religiös sprachfähig zu werden, heißt, sich selbst neu zur Sprache zu bringen. Denn sprachfähig zu sein und nicht nachzusprechen ist schwierig. Das Fernstudium ist zukunftsweisend und legt einen Grundstein, je mehr verschiedene Personen ihre Stimme einbringen, umso reicher ist dies." Eske Wollrad stellte die in sich abgeschlossenen Studienhefte, je etwa 150-Seiten lang, einzeln vor. Die Teilnehmerinnen werden jeweils einen Band vor den Treffen lesen und bearbeiten. Das Buch "Kirche" sei der dickste Band, denn dort habe sich sehr viel getan. "Was ist das für eine Kirche, die Frauen lieben könnten? Wir brauchen verschiedene Räume, um im Dialog zu sein, mit Gleichen und mit Anderen." Sie ging auf die anderen Bände "Gott", "Jesus", "Ethik", "Spiritualität" sowie auf das Begleitheft mit Erklärungen und Bibelregister ein. Nach einer Pause mit leckerer Suppe folgte eine Arbeitseinheit. "Anders von Gott reden...", bei der sich die Teilnehmerinnen mit biblischen Bildern und Metaphern von Gott auseinandersetzten. Am Sonnabend, 11. Juli, fand das erste intensive ganztägige Arbeitstreffen statt. Die Frauen aus Oldenburg, Bremen und anderen Orten ordneten sich zwei kleineren Regionalgruppen zu. Diese Gruppen treffen sich zukünftig zusätzlich zum Austausch, um sich auf die Gesamttreffen vorzubereiten. Interessierte Frauen können sich jetzt noch für den „Fernkurses Theologie geschlechterbewusst" anzumelden und dazu kommen. Von Bärbel Romey